Nov14

Rundbrief 11/ 2011: Die Letzten werden die Ersten sein

Posted by Nils Adolph on 14.11.11  ~  Posted in: Ankündigung

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Liebe RundbriefleserInnen,

ich bin gesund.

Alle Krankheiten sind zunehmend stärker aus meinem Denken und dann aus meinem Körper verbannt. Dies habe ich einem neuratigen Produkt zu verdanken, dass ich mir frisch und selbst zubereite. Es handelt sich dabei um einen Kritikbrei der aus drei verschiedenen, ausgewählten Zutaten besteht und sich ganz leicht nachkochen lässt.

  • Die Grundzutat sind gut gemeinte Rückmeldungen und Genesungswünsche. Letztere erhielt ich als Antwort auf das im letzten Monat ausgefallene Philocafe (Vielen Dank an: Magnus, Markus, Thomas, Nina, Susanne, Paul und Kathie). Gut gemeinte mündliche Rückmeldungen à la: "ich lese Deinen Rundbrief immer" tun hier ebenfalls ihre Wirkung. Diese Wirkung besteht darin, schreibt der Sozialphilosoph Luc Boltanski, dass die Realität akzeptiert und geliebt wird, ohne unmittelbar geprüft zu werden.
  • Die zweite Zutat der Kritik ist ein Halbfertigprodukt mit Geschmacksverstärker. Es besteht beispielsweise aus der bereits im letzten Rundbrief angetönten Frage: "Lässt Du eigentlich mal ein Rechtschreibprogramm über Deine Texte laufen?" Solche Fragen haben wie auch die Scherze über meine gar nicht so seltenen Termindreher reformatorisches Potential. Sie fordern von mir vergessene Anerkennung ein, stehen aber zumindest prinzipiell hinter meinem Rundbrief.
  • Kein Geschmacksverstärker, sondern ein gefährlich stark färbendes Gewürz ist die dritte Geheimzutat. Damit ist beispielsweise das gelegentlich eintrudelnde, radikale Kommando gemeint: Unsubscribe Rundbrief! In einer Überdosis löst dieses Gewürz den Zusammenhang von e-Mail und Rundbrief einfach auf. In geringer Dosierung aber, verrät diese Zutat eine Menge über individuell verschiedene und subjektive Motivationsgründe. Dahinter stehen existentielle Erfahrungen wie Ungerechtigkeit und bestimmte Formen der Authentizität die in meinen Rundbriefen (noch) nicht aufgehen.

Nachdem sie den stark färbenden und scharf gewürzten Kritikbrei gekocht haben, fragen sie sich sicherlich wie er sich anwenden lässt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Anwendung 1:
Stempeln sie den Brei ab und schubladieren sie ihn ein. Behandeln sie ihn wie den letzten, verrückten Spinner und blicken sie auf ihn herab. Verachten Sei ihn! Dann zahlen sie die geforderten €236,60 Artzt-, Klinik- und Rehagebüren bei mir ein, damit sich Farbe und Geschmack neutralisieren.
Anwendung 2:
Schreiben sie ihren Freunden, Angestellten und Bekannten kurze Reden oder laden sie zum gemeinsamen Diskutieren über Freiheit oder zu gemeinsamen Zen-Buddistischen Schweigemeditationen ein. Lassen sich sich dabei jeweils in kleinen Dosen den von ihren selbstgekochten Kritikbrei reichen. Ich wette das wird sich für uns lohnen.

Guten Appetit und viel Spass beim Geniessen,

Nils

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1. Rede zur Vernissage: is real "ein" mus? (Do. 17.11.2011//18:30)
2. PhiloCafé, Thema: Diskutieren über Freiheit (Do. 24.11.2011//19:00)

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1. Kurze Rede zur Vernissage: is real "ein" mus?

Meine liebe Mitbewohnerin Moni, Mutter der 12 Jährigen Tokyo, Kunstlehrerin und ihres Zeichen begnadete Künstlerin vor dem Herrn läd ein zur Vernissage ihrer neuesten Ausstellung mit dem Titel: is real "ein" mus? Während die einen Musizieren, die andern ihren mitgebrachten Wein verschenken werde ich an diesem Abend die Einführungsrede vorbereiten.

Was: Vernissage von Moni Bosch
Wo: Amt für Bürgerservice; Baslerstr. 2
Wann: Donnerstag 17.11.2011,Beginn 18:30 Uhr
Wer: KunstgenieserInnen aller Couleur
Kosten: Weinpotluck (Wein uund Glas mitbringen und mit Freunden teilen)

 

2. PhiloCafé, Thema: Diskutieren über Freiheit

Die Freiheit von je nach Bedürfnissen verschiedenen Dingen (Arbeit, Geldsorgen, Müdigkeit, Mühsal und Krankheit) gilt gemeinhin als das populärste Freiheitsverständnis. Erst wer frei sei von allem, sei wirklich frei, behaupteten einige populären Hippies und befreiten sich nicht zuletzt vom eigenen Leben. Spätestens dann aber, wenn man sich für etwas entscheiden soll das sich nicht durch die Abwesenheit eines anderen automatisch ergibt tauschen Probleme auf. Wie lässt sich die Freiheit zu etwas positiv bestimmen? Kann Freiheit auch durch Zwang verwirklicht werden und wie ist es um die berühmte Trias von Willens- Gewissens- und Denkfreiheit bestimmt?

Was: Philosophisches Café zum Thema: Diskutieren über Freiheit
Wo: Treffpunkt Freiburg, Schwarzwaldstr. 78d
Wann: Donnerstag 24.11.2011,Beginn 19:00 Uhr
Wer: neue und alte PhiloCafételistInnen
Kosten: um Unkostenbeteiligung wird gebeten