Dez17

Erinnerung ans 22. und letzte Philocafe in der Pro Seniore (Rieselfeld)

Posted by Nils Adolph on 17.12.09  ~  Posted in: Philo- Praxis, Philo- Cafe, Reflektion

Endlich bin ich den Druck los, der seit Monaten bei der Vorbereitung des Philocafes immer stärker auf mir lastete. Nach ein paar unklaren Worten mit der in diesem Fall für den Rauswurf verantwortlichen Person war zumindest mir klar: heute wird's das letzte Philocafe in der Pro Seniore Residenz Freiburg.

Argument von Fugazi bei Discord

In einer weiteren Hinsicht war die Veranstaltung ein Neuanfang: genau wie beim allerersten Philocafe vor zwei Jahren sah ich mich genötigt die überzeitliche Struktur der Aristotelischen Freundschafts- und Tugendkonzeption zu erklären. Daran schließt sich ein Verständnis der beendeten Beziehung mit der Pro Seniore an: "Ja, ich glaube die Pro Seniore Freiburg hat andere Tugenden als damals 2007, unter Herrn Discher und für mich gilt dasselbe: ich bleibe auch niemals derselbe."

Tatsächlich waren wir beide wohl von Anfang an nie wirklich als passgenaue Puzzleteile füreinander bestimmt. Keiner von uns beiden war jemals mit dem anderen übereinstimmend, so dass weniger von Einheit die Rede sein kann, als vielmehr von einem Interimszustand die Rede sein muss. Ein Interim welches zeitweise wohl in Vergessenheit geraten war, überspielt und selbstvergessen, wie eine Lüge bei der man die Lüge vergisst und beginnt an die Lüge als Wahrheit zu glauben.

Dabei schmerzen mich jetzt nach der Trennung die in Zukunft verpassten Möglichkeiten sehr. Trauer ums ungeborene Kind, wie mein Freund Michael das in Anlehnung an Schopenhauer punktgenau formuliert hat. Die zukünftigen Auswirkungen der Sicherheit und des Vertrauens in dem ich mich wägte gehören zu diesen verpassten Möglichkeiten.

Ein paar Stichpunkte aus dem Gespräch gefälligts?

  • Wir sprachen von Widersprüchen die ein Ergänzungsverhältnis ermöglichen.
  • Wir sprachen von Chance eine Krise als "wirksamen Mangel" anzusehen und
  • von Menschenwürde, Menschenrechten und Freiheiten.
  • Wir sprachen von Differenzierungen zwischen Privat- Öffentlich, Freizeit- Arbeitszeit, Eigentum und Besitz.

  • Anschließend habe ich einen trockenen Pfälzer Wein verkostet und anstelle mich mit dem Glockenschlag nachts um halb 2 Uhr auf die andere Seite umzudrehen, damit mir der Wein nicht die Magenwand verätzt, bin ich erst um 2:30 Uhr ins Bett gegangen. So ist mir der Wein hervorragend bekommen.