Sep27

Feuriges Kurzseminar zum Thema Gewalt

Posted by Nils Adolph on 27.09.10  ~  Posted in: Philo- Cafe, Reflektion

Ich weiss nicht ob ein philosophisches Kurzseminar zum Thema "Gewalt" als voller Erfolg bezeichnet werden kann wenn sich hinter verschlossenem Eingangstor zur Waffenfabrik Angehörige einer Privatarmee und 2 Polizisten- auf der anderen Seite ein Philosoph aufhalten?

Schade nur, dass bei dieser Veranstaltung kein anderer als den genannten anwesend war. Im Klartext: außer Poli und Zisti und deren nahen Mitarbeiter, war keiner da. Da Poli nicht diskutieren durfte und die Privatarmee lieber praktiziert als diskutiert sind meine Thesen zur Natur der Gewalt, zur Gewalt der Missachtung, zur heiligen und zur absoluten Gewalt ohne Gegenrede geblieben.

  • Die Frage lautet also ob ich nicht Seminare mit vorheriger Anmeldung geben sollte? (Danke Barbara: in Zukunft sehr gerne)
  • Ob ich bessere Werbung machen sollte? (Vermutung: eher nicht)
  • Ob 18:00 Uhr an einem warmen Spätsommertag an einer viel befahrenen Strasse vor der Waffenfabrig der falsche Ort un die falsche Zeit sind (Vermutung: eher nicht)
  • Ob ich speziell vom Thema betroffene Menschen ansprechen sollte? (Vermutung: Polizei kann schon noch Nachhilfe gebrauchen aber LITEF bräuchte eher einen Kriegsphilosophen)
  • Ob die angesprochenen Menschen kein Interesse am Thema, kein Bewusstsein für Gewalt oder Angst davor haben? (Vermutung: jemand der mir seine seine Gefühle zum Thema erläutert findet weitere, individuelle Gründe)
  • Antrag

    Beeindruckend für mich war es allemal durch die Mühle des rationalen Beamtentums gemalen zu werden. Das oben fotografierte Formular hatte eine weiteres Forular zur Folge in dem ganz genau beschrieben stand was als statthaft gilt. Ein Auszug: "Versammlung des "Instituts für soziale Kritik als Chance" am Donnerstag, 23.9.2010 in der Wiesentalstrasse vor der Firma LITEF […] Die demonstrative Aktion [sic] ist auf dem westlichen Gehweg der Wiesentalstrasse, bei dem Geschäftsanwesen LITEF GmbH ausschließlich auf öffentlichem Strassengelände durchzuführen. […] Die Veranstaltung darf nicht vor 18:00 Uhr beginnen und ist um 18:45 zu beenden […] Eine Restgehwegbreite von 1,50 m muss jederzeit gewährleistet sein […]. Der Zugang muss jederzeit gewährleistet sein."

    Ist das eine symbolische Gewalterfahrung? Nein! Diese Erfahung hat mich zum Studium von Galtungs Thesen zur strukturellen Gewalt motiviert!
    ...und mit wem soll ich jetzt zu dieser Gewalt diskutieren?