Aug09

Rundbrief 8/2011: Kann ich wollen was ich will?

Posted by Nils Adolph on 09.08.11  ~  Posted in: Philo- Cafe

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Meine lieben Leute,

Es gibt Dinge zu verstehen die hier passiern. Ich habe versucht diese Dinge in einem Fotokollage festzuhalten, deren drei Bestandteile meinem Aufenthalt in Krakau entstammen.

Das unterste der drei in der Kollage verwendeten Bilder zeigt eine realsozialistische Wohnscheibe. Diese Wohnscheiben wurden massenhaft und nach konstruktivistischem Prinzip in ganz Osteuropa und weit darüber hinaus errichtet. Sie kann zum einen als Zeichen der Beherrschung des gierigen und kapitalistischen Menschennatur durch das historische, proletarische Subjekten verstanden werden. Zum anderen stehen die Wohnscheiben als Symbol für die sozialistische Natur des Menschen. Diese Natur wird, wie das obere Drittel der Kollage zeigt, von einem Abrissbagger demontiert. Dessen zerstörerisches Werk ist Beweis genug dafür, dass die sozialistische Natur der wahren Natur des Menschen nicht angemessen ist.

Wer den oben stehenden dialektischen Entwicklungsgang nachvollziehen kann (kapitalistische Natur -> 1. Negation - > sozialistische Natur -> 2. Negation), wird sich wohl fragen, was darauf folgt. Kann die gegenwärtige kapitalistisch-demokratische Natur als ein Einpunkt der Geschichte angesehen werden, der alle Bedürfnisse der Menschennatur ein für alle mal befriedigt? Mit großer Sicherheit nicht, denn sonst wären Unzufriedenheit ein für alle mal aus dem Bewusstsein der Menschheit verbannt. Auch der nach wie vor steigende Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen weist auf zukünftiges Leid hin. Weitere Hinweise auf vergessene Anerkennung geben Heere von unglücklichen Randgruppen. Die drei großen A (Alte, Arme, Arbeitslose) machen dabei einen zunehmen wachsenden Anteil der Bevölkerung aus.

Für alle, die sich gerne über das Nichten des Nichts unterhalten wollen, das in der obigen Kollage doppelt negiert ist, sind die beiden Veranstaltungen des Instituts für Kritik als soziale Praxis (IfKaP) im Monat August von Interesse.

Schöne Grüsse und auf Wiedersehen,
Nils

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1. Workshop bei der ENA,
Thema: Nur wer sich weiterentwickelt verliert sich nicht. Kritische Praxis zwischen Macht und Freiheit. Am Donnerstag, 11.8.2011, 16:45- 18:30 Uhr, in der VHS R. 110
2. PhiloCafé, Thema: Fenster durch die Gesellschaft. Revolution!? am Donnerstag, 25.8.2011, ab 18:00 Uhr, im Foyer des Treffpunkt Freiburg, Schwarzwaldstrasse 78d

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1. Workshop bei der ENA, Thema: Nur wer sich weiterentwickelt verliert sich nicht. Kritische Praxis zwischen Macht und Freiheit.
Kurze Inputreferate aus dem Bereich der Sozial -philosophie und -psychologie über die Themenfeldern Décroissance und Transition sollen die gemeinsame Reflektion über die eigenen lebensweltlichen Praxen anstoßen. Mittels Gruppendiskussionen und gegebenenfalls einem Fischbowl soll Verständnis für die Praxen der TeilnehmerInnen entstehen und bestenfalls Verhältnisse gegenseitiger Begünstigung entdeckt werden.

Was: Philosophischer Tisch zu 36 Themen der praktischen Philosophie
Wo: VHS Freiburg, Raum. 110
Wann: Donnerstag 11.8.2011, 16:45- 18:30 Uhr
Wer: Entwicklungsinteressierte und sozial Bewegte
Kosten: nach ENA-Tarif
www: hier

2. PhiloCafé, Thema: Fenster durch die Gesellschaft. Revolution!?

Wir haben uns auf die Lektüre der Streitschrift "Empört Euch!" von Hessel (2011) entschieden. Weitere (online-) Lektüre findet sich im Wiki. Vorab haben wir folgenden Fragen formuliert:

  1. Welche persönlichen Eigenschaften braucht man um Revolutionär zu werden?
  2. Sind dazu Vision, Emanzipation oder die Aufgabe meiner Resignation nötig?
  3. Was hält mich von der Belebung einer Vision ab?
  4. Wie passe ich mich an, werde normkonform und schränke meinen Entwicklungsdrang ein?

Was: Philosophisches Café zum Thema Revolution
Wo: Treffpunkt Freiburg, Schwarzwaldstr. 78d
Wann: Donnerstag 25.8.2011, ab 18:00 Uhr, Beginn: 19:00 Uhr
Wer: Neue und geprüfte PhiloCafételistInnen
Kosten: um Spenden wird gebeten
www: hier