Feb28

Erinnerung an die 5. Nachdenkzeit zum Thema Wirtschafts- und Finanzkrise

Posted by Nils Adolph on 28.02.10  ~  Posted in: Philo- Praxis

Würde jemand behaupten der Abend sei schlecht gelaufen, könnte ihm wohl niemand der 8 Teilnehmer beipflichten. Hatte doch die Nachdenkzeit fulminant mit einem brilliant vorbereiteten Vortag der Umweltberaterin Barbara Wimmel gestartet.

Nur zwei ihrer Denkschritte waren nötig gewesen um die Debatte ordentlich zu erhitzen. Zunächst sprach sie über jene 5 verschiedenen Spekulationsprodukte, welche die letzte Krise mit verursacht haben und nach wie vor legal zu erwerben sind. In einem zweiten Schritt über den individuellen Kaufakt dieser Produkte, zwischen heillos überforderten Verkäufen und jenen Käufern die nicht bereit waren sich selbsttätig über ihr Unwissen aufzuklären. Völlig honorarlos hingegen erklärte sich Hans- Jürgen Gutmann bereit, der kürzlich noch vor Gericht gegen über die Beratungspraxis der Volksbank aufklärte, auch unsere Diskussion fachlich überaus kompetenter zu beraten.

Für mich lässt der Abend zwei ganz klare Schlussfolgerungen zu:

  • 1. Kaufe nie was du nicht verstehst.
  • 2. Überdenke nicht nur Deinen individuellen Vorteil sondern auch Deine ethische Verantwortung beim Kauf

  • Denn am darauf folgenden Wochenende sprangen mir sowohl Angebote von Ökobank, des Freitalers und Co. ins werbeempfindliche Auge sondern auch die 12% Rendite versprechenden Träume. Wer eine Mutter hat, die sich kürzlich mit traumhaften Gewinnversprechen am Tropenholzhandel beteiligt hat, möge sich doch bitte nochmal bei mir melden.

    reichtumspyramide
    Quelle: www.agenda21-treffpunkt.de am 28.2.2010

    Strukturell wurde die Krise nochmals deutlich bei den gemeinsamen Diskussionen um Kreditkartenschulden, Staatsschulden und Herrschafts- und Machtverhältnisse am beispielsweise der Armuts- bzw. der Reichtumsverteilung. Auch ethisch- psychologische Spekulationen über die Ideologie der Geschäftstreibenden wurden laut.

    Noch spät am Abend standen die letzten Gäste im Flur des Freiburger Treffpunkts erregt im Gespräch beisammen. Solle nun jeder zuerst sich selber aufklären und dann überall dort beeinflussen wo er kann, vielleicht mittels Telefonakupunktur? Oder solle besser jeder nur nach sich selber kucken weil der einzelne eh nix ändern könne und der Untergang nahe? Während die anderen bereits mit rot glühenden Ohren bedächtig sinnierend nach Hause geschlichen waren.