Mangel und Reichtum

Reicher Mann und armer Mann
standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
»Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«.

(B.Brecht)

Armut oder Mangel ist für mich wenn die Zeit fehlt, um an den monatlichen Rundbrief zu denken. Wenn ich vergessen habe, warum ich gewisse Entscheidungen in meinem Leben getroffen habe. Mangel ist auch, wenn ich vom Gefühl her immer schon genau weiß, warum mein Töchter genau so ist wie sie ist ohne Sie noch danach zu fragen. Mangel ist Suppe aus Toastbrot.

Reichtum hingegen ist es, den Belag ohne Brot zu essen. Reichtum ist auch meine Tochter nach ihren Befindlichkeiten erfolgreich, d.h. mit Erkenntniszugewinn gefragt zu haben. Reichtum ist eine Sinnfülle die sich im Rückblick auf gewisse Lebensentscheidungen ergibt. Reichtum ist es, bis spät in die Nacht an einem Rundbrief zu tippen.

Liebe Denker*innen ich lade Euch ein, am Sonntag, den 29.4.2018 um 15:00Uhr in die Pro Seniore Residenzbibliothek (Maxim-Gorkij-Str. 2) zu meinem Philocafé. Ins Thema „Mangel“ führt Hector Schmassmann ein, der zusammen mit Ueli Mäder Autor des Stichworts im historischen kritischen Wörterbuch des Marxismus ist. Darin gehen die beiden Autoren von der Frage aus: „Können alle Kinder, die wollen, Violine oder Klavier spielen?“ und kommen überraschenderweise zur Lösung: Soyons réalistes, demandons l’impossible! Eintritt frei, um Spende wird gebeten.

Herzlich Willkommen,
Nils

3 Gedanken zu „Mangel und Reichtum“

  1. Danke Nils für den Artikel über Armut oder Mangel,

    mit dem Beispiel Erkenntniszugewinn mit deiner Tochter,

    schöne Idee.

    Auch die 2 Seiten dieser selben Münze,

    und der Slogan von 68 gefällt mir : soyons réalistes, demandons l’impossible!

    andere : Après les usines et le facultés, occupons l’opinion publique

    – Laissons la peur du rouge aux bêtes à cornes

    – L’action ne doit pas être une réaction, mais une création.

    Am 5. Mai ist das 200.Jahr von Marx Geburtstag, ich lese gerade über sein Leben…

    Liebe Grüsse,

    Myriam

    1. Hallo Myriam,

      Deine Forderungen gefallen mir. Sich die öffentliche Meinung aneignen und Kreativität statt Reaktion zu fordern finde ich wirklich sinnvoll. Aber was ich aber nicht verstehen kann ist „Laisson la peur du rouge aux b°etes à cornes“. Muß ich dafür Victor Hugo’s ‚Miserables‘ gelesen haben?

      Herzliche Grüße,
      Nils

      1. Hallo Nils,

        ich glaube nicht, dass du die „Miserables“ dafür gelesen haben musst,

        obwohl das auch interessant ist, um sozialistische Ideen zu verstehen

        „la peur du rouge “ verstehe ich als Angst vor der roten Farbe des Sozialismus oder

        Kommunismus und „bêtes à cornes“ als ein Stier, der Angst hat,

        vor einem roten Tuch.
        Alles Gute,

        Myriam

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